"Zusammenarbeit über die Gremien hinaus"

Grußwort bei der Diözesanversammlung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Diözese Hildesheim, vom 22. bis 24. November im Haus Wohldenberg/Holle

Liebe Delegierte der BDKJ-Diözesanversammlung, sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank, dass Sie mich hierher eingeladen haben. Ich überbringe die herzlichsten Grüße aus der Landesjugendkammer der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Leider konnte ich erst heute kommen, weil ich am Freitag ein Grußwort bei der aej-Mitgliederversammlung in Hannover sprechen durfte und gestern eine Sitzung des Sprengeljugendkonventes Hildesheim in Clausthal-Zellerfeld zu leiten hatte, dessen stellvertretender Vorsitzender ich bin. Heute grüße ich Sie als Vorsitzender der Landesjugendkammer der hannoverschen Landeskirche.

Wenn Sie schon jetzt von diesem Gremiensalat etwas verwirrt sind, wundert mich das gar nicht. Bei Gesprächen mit Ihrem Diözesanpräses Martin Tenge geht die Hälfte der Zeit immer dabei drauf, dass wir uns gegenseitig zu erklären versuchen, welches Gremium dem der jeweils anderen Konfession wohl am ehesten entspricht.

Die Landesjugendkammer ist das höchste beschlussfassende Gremium der Evangelischen Jugend in der hannoverschen Landeskirche. Sie ist also ungefähr vergleichbar mit der BDKJ-Diözesanversammlung. Allerdings trifft sich die Landesjugendkammer dreimal im Jahr - und der Bereich der hannoverschen Landeskirche entspricht nicht dem des Bistums Hildesheim. Beide entsprechen übrigens auch nicht den politischen Grenzen von Niedersachsen, aber warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?

Beeindruckt von den positiven Erfahrungen des YouthCamp 2000 hat die Landesjugendkammer vor drei Jahren beschlossen, einen Vertreter des BDKJ in unsere Kammer zu berufen, um die guten Kontakte nicht abreißen zu lassen. Wir haben laut Satzung die Möglichkeit, bis zu drei Menschen aus für uns wichtigen Arbeitsbereichen zu berufen, die sonst keinen regulären Sitz in der Kammer hätten. Ich möchte hier ausdrücklich sagen, dass in Ihrem Fall Martin Tenge diese Berufung vorbildlich ernst genommen und unsere Diskussionen sehr bereichert hat.

Die vergangenen drei Jahre hat sich die Evangelische Jugend neben vielem anderen kontinuierlich mit Strukturfragen beschäftigt. Für Jugendliche lässt die Attraktivität eines langfristigen - oder in den Augen vieler: langweiligen - Engagements in jugendverbandlichen Gremien spürbar nach, da erzähle ich Ihnen nichts Neues. Vor diesem Hintergrund war es hilfreich, durch einen ausgezeichneten Vortrag von Martin Tenge über die Struktur des BDKJ einmal aus dem eigenen Sumpf gezogen zu werden. Nun hat er uns zwar nicht die strukturelle Erlösung gebracht, aber es war schon gut, auf Gedanken zu kommen wie: "Wir sind nicht allein mit unseren Problemen" oder "Bei denen ist das ja noch viel komplizierter als bei uns!" oder auch "Bei denen ist das irgendwie besser als bei uns."

Die Landesjugendkammer tagt, ebenso wie Sie, jeweils ein Wochenende lang. Und auch bei uns gibt es einen geselligen Samstag Abend. Besonders bei diesen Abenden, das wird mir Martin bestätigen, gab es viele gute und tief gehende Gespräche und ein echtes Interesse aneinander. Was Martin allerdings nicht weiß, ist, welche Gespräche statt finden, wenn er sich zur Nachtruhe verabschiedet hat. Dann wird in konspirativen Kreisen überlegt, wie man ihn dazu bekommt, dass er zum evangelischen Glauben konvertiert, ob man ihn gar zwangskonfirmieren könnte oder ob man ihn nicht überreden könnte, sich als neuer Landesjugendpastor bei uns zu bewerben. Was ich damit sagen will: Ich weiß nicht, ob es bei der Aussprache über den Bericht des Diözesanvorstandes zu Kontroversen gekommen ist, aber ich kann Ihnen nur raten, Ihren Präses gut zu behandeln - er würde bei uns sofort Obdach finden. Allerdings muss ich fairerweise hinzufügen, dass es bei uns mit der uneingeschränkten Solidarität auch vorbei ist, sobald man in einem wichtigen Amt Verantwortung übernimmt.

Spaß beiseite! Wir, die Evangelische Jugend, haben ein Interesse daran, dass der wichtige Austausch mit dem BDKJ weitergeht. Deshalb freue ich mich sehr, dass ich heute hier bei Ihnen sein darf. Ich möchte an dieser Stelle besonders den neu gewählten Mitgliedern im Diözesanvorstand und im Diözesanausschuss gratulieren. Beide Funktionen nimmt bei uns, wenn ich das richtig sehe, der Vorstand der Landesjugendkammer wahr.

Nun ist es so, dass die dreijährige Legislaturperiode unserer Kammer Anfang November zu Ende gegangen ist. Im Februar wird sich die neue Kammer konstituieren und ein neuer Vorstand gewählt. Ich selber werde der Kammer dann aus beruflichen Gründen nicht mehr angehören. Aber die Landesjugendkammer wird in der Februarsitzung erneut darüber entscheiden, wen Sie als berufene Mitglieder für die kommenden drei Jahre einladen möchte. Ohne dieser Entscheidung vorausgreifen zu wollen, bin ich mir einigermaßen sicher, dass eine dieser Personen wieder aus dem BDKJ kommen soll.

Ich wünsche mir sehr, dass unsere beim YouthCamp 2000 geknüpften Kontakte sich weiter vertiefen und eine Zusammenarbeit zwischen BDKJ und Evangelischer Jugend auch über die Gremienarbeit hinaus wachsen kann. In einigen Gemeinden oder Kirchenkreisen bzw. Dekanaten gibt es ja längst vielfältige Formen der Zusammenarbeit. Da ist es nur vernünftig, wenn das auf Landeskirchen- und Bistumsebene auch passiert.

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.

Lothar Veit
Vorsitzender der Landesjugendkammer
der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers
21. November 2002

zurück

© 2001-2015 >> WebDesign: Lothar Veit, Hildesheim