Wertvolle Arbeit für die ganze Landeskirche

Foto: Jan Franzkowiak Laudatio auf Pastor Ralph-Ruprecht Bartels am 24. Februar 2001 anlässlich seiner Verabschiedung aus dem Landesjugendpfarramt

Von Lothar Veit

Wenn es bei uns in den Sitzungen der Landesjugendkammer gelegentlich gepiept hat, dann war das Ralph-Ruprecht. Oder vielmehr: sein Laptop. Er hat dann meistens - sobald wir etwas beschlossen hatten, manchmal bestimmt auch schon vorher - die Berichterstattung für die Internetseiten der Evangelischen Jugend getippt. Manchmal ertönte auch dieses "Windows"-Geräusch, wenn es eine Fehlermeldung gab - ich kann es leider nicht nachmachen. Bei meinem Laptop kann man diese Geräusche, glaube ich, abstellen. Aber wir wussten so immer: Ralph-Ruprecht ist da und schuftet für uns.

Ralph-Ruprecht, Du hast ein Referat im Landesjugendpfarramt inne gehabt, das es vorher nicht gab: Du warst Referent für "Geistliches Leben". Was sich hinter diesem Wort verbirgt, wusste damals vermutlich keiner so genau. Heute vielleicht auch nicht, aber wir alle wissen: das, was Du daraus gemacht hast, muss diesem Begriff sehr nahe kommen. Du hattest das große Glück, Deinen Arbeitsbereich selbst definieren zu können. Wer immer Dir nachfolgt, wird sich ganz sicher daran orientieren.

Geistliches Leben - damit war auch Deine Rolle in der Landesjugendkammer vorherbestimmt. Du hast maßgeblich im Ausschuss für Theologie (zeitweise auch "Theologie & Ökumene") mitgearbeitet und hast damit deutliche Spuren hinterlassen. Du hast die Evangelische Jugend der ganzen Landeskirche Hannovers geprägt. Bevor jetzt jemand denkt "puh, jetzt kommt's ein bisschen dicke, weil es die Verabschiedung ist", möchte ich diese steile These begründen.

Das Zeichen der Evangelischen Jugend ist das Kreuz auf der Weltkugel. Schon sehr früh hast Du es Dir zur Aufgabe gemacht, gemeinsam mit anderen dieses Zeichen theologisch zu durchdenken und es für die Evangelische Jugend wiederzubeleben. Im Ausschuss für Theologie ist mit Deiner Begleitung eine Ordnung zur Übergabe des Kreuzes auf der Weltkugel formuliert worden. Sie soll für die ganze Landeskirche (ich wiederhole: die ganze Landeskirche) eine einheitliche, angemessene Praxis gewährleisten, wie jungen Menschen, engagierten Ehrenamtlichen, unser Zeichen verliehen werden kann.

Das Gesicht der Evangelischen Jugend konturiert

Im Jahr 1998 haben wir die Kampagne der Evangelischen Jugend "Weil wir es wert sind..." gestartet. Das Motto und das Logo sind auf vielen Programmheften, Veranstaltungsplakaten und vielem mehr aufgetaucht. Eine zentrale Äußerung für das Selbstverständnis und das Profil der Evangelischen Jugend waren die sieben Thesen zur Kampagne, die unter Deiner Mitwirkung entstanden sind. Sie wurden in die ganze Landeskirche geschickt (ich wiederhole: die ganze Landeskirche) und haben die Kampagne begleitet und so das Gesicht der Evangelischen Jugend konturiert.

Eine noch relativ zarte Pflanze ist der landeskirchliche Jugendsonntag. Du hast diese Pflanze zwar nicht gesät, aber doch maßgeblich gegossen und gedüngt. Besonders die jüngste Arbeitshilfe "CreditPoint" trägt deutlich Deine Handschrift. Wer es nicht weiß: Am landeskirchlichen Jugendsonntag sollen in der ganzen Landeskirche (ich wiederhole: der ganzen Landeskirche) Jugendgottesdienste stattfinden.

Wenn wir hartnäckig am Ball bleiben, wird das bald eine Selbstverständlichkeit sein. Und wenn Du demnächst Kreisjugendpastor im Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt bist (keine Panik, das habe ich mir gerade nur ausgedacht), wirst Du Dir stolz auf die Schulter klopfen dürfen, dass Du einer der Wegbereiter für diesen Jugendgottesdienst gewesen bist, den Du dann in Deinem Kirchenkreis nach einer Materialhilfe aus dem Landesjugendpfarramt oder aus dem Ausschuss für Theologie mitgestalten wirst.

Pastor für virtuelles Leben

Landeskirchenweit, nein: weltweit sind Deine Verdienste um die Evangelische Jugend. Mit Dir ist das "World Wide Web" auf dem Laju-Flur eingezogen. Wenn Du Dich auf Deinen Reisen durch die ganze Landeskirche (die ganze ...) in Sprengeln oder Kirchenkreisen vorgestellt hast, warst Du nicht mehr nur der Pastor für geistliches, sondern auch für virtuelles Leben. Das A und O im Internet ist Aktualität. Das hast Du in den wichtigen Bereichen - so zum Beispiel bei der Berichterstattung von der Landesjugendkammer - vorbildlich gemeistert. Dass von unserer Verbandszeitschrift "mitarbeiten", von denen Du natürlich auch einige federführend erarbeitet hast und die in der ganzen Landeskirche ... ihr wisst schon; dass von diesem "mitarbeiten" die letzte abgebildete Ausgabe die Nummer 2/99 ist und diese auch noch mit dem freundlichen Hinweis "vergriffen" versehen ist, kann man gerade so noch durchgehen lassen.

Und wo wir gerade bei weltweit sind: das YouthCamp 2000 in Hildesheim, wo Jugendliche aus vielen verschiedenen Nationen zu Gast waren, war einer Deiner Schwerpunkte in der jüngsten Zeit. Du hast - gemeinsam mit unseren katholischen Partnerinnen und Partnern - das SpiCe, das Spirituelle Centrum, betreut. Das war für Dich am Abschluss sicher noch einmal eine der prägendsten Erfahrungen. Ich weiß, dass das mit der evangelisch-katholischen Ökumene manchmal gar nicht so einfach war. Ich weiß auch, dass es die eine oder andere Debatte gab, wie die "Standards der Evangelischen Jugend für geschlechtsbewusste Arbeit" in die Sprache der YouthCamp-Gottesdienste einfließen können. Auch wir beide haben uns einmal recht kontrovers in der Zeltkirche auseinandergesetzt. Vielleicht bist Du jetzt also kurzfristig froh, dass Du manche Diskussionen in dem Maße nicht mehr führen musst. Langfristig wird all das in Deine künftige Arbeit einfließen, da bin ich mir ganz sicher.

Ich habe natürlich noch viele Bereiche vergessen oder kann sie aus Zeitgründen nicht mehr nennen, wie etwa die Arbeitshilfe zur Kirchenvorstandswahl oder Dein Einsatz bei den Landesjugendcamps. Für die Landesjugendkammer und das Landesjugendpfarramt hast Du eine Menge bewegt und geleistet. Du wirst eine Lücke hinterlassen. Aber - vielleicht darf ich mich, ähnlich wie vor einiger Zeit Landessuperintendent Johannesdotter, ein wenig in Lokalpatriotismus üben: Du wirst jetzt Gemeindepastor im schönsten Sprengel der Landeskirche - im Sprengel Hildesheim. Und der freut sich auf Dich! Im Namen der Landesjugendkammer: Vielen Dank, Ralph-Ruprecht.

(erschienen in der Zeitschrift "mitarbeiten" 2/2001 des Landesjugendpfarramtes der hannoverschen Landeskirche)

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